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Axel Zdi

Osmose bei GFK-Fertigteilschwimmbecken

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von am 28.05.2017 um 15:02 (768 Hits)
Da ich, wie bekannt, mich mit der Beschichtung und Sanierung von GFK-Schwimmbecken befasse wollte ich mal einige Ausführungen zum Thema machen.

Von GFK wird sehr oft abgeraten, meist von " Fachleuten" die davon keine Ahnung haben bzw sich damit nicht befassen.

Was
... ist eigendlich in diesem Zusammenhang unter Osmose zu verstehen ?
Osmose ist die chemische Reaktion von Bestandteilen des Laminates mit Wasserpartikeln, die sich im Endeffekt als Bläschen / Blasen gefüllt mit einer Säure dastellen. Hier ist die Osmose in der zweiten oder einer tieferen Glasmattenlage.
Es gibt noch eine weiter Möglichkeit wie sich Osmose darstellt. Es sind kleine schwarz / dunkelbraune Punkte zu sehen. Von diesen ausgehend zeichnen sich auf dem Gelcoat " Rauchfahnen " ähnliche Verfärbungen ab. Diese Verfärbungen / Ablagerungen sind entsprechend der Wasserströmung am jeweiligen Punkt.
Bei entsprechend hoher Anzahl solcher Stellen ist der Ph-Wert des Wassers relativ konstant niedrig.

Ursache
Als reagierendes Laminatbestandteil kommt nur der Binder der Glasmatte in Frage.
"Reaktionsreste " der Harzekomponenten kommen nicht in Frage, da das Mischungsverhältnis der Einzelkomponenten im Polyesterharz sehr variabel ist.
Der Beschleuniger wird meist ab Werk zugemischt. Die Härterkomponente ( MEKP ) kann in einem Gewichtsverhältnis von 1 - 7 % zugegeben werden.
Glasmatte gibt es als pulvergebundene-, und emulsionsgebundene Variante.
Geeignet ist außschließlich die in Styrol leichtlösliche Pulverbindung.
Eine der geeignetsten Matten ist die Vetrotex M 113 oder die PB VC1 M 15 zu nennen.
PB = Pulverbindung; VC = Vosschemie ; M 15 = Fadengewicht von 15 Gramm / 1000 m. Das Laminat sollte mindestens aus 3 Lagen ( 3 x 300 Gr./ m² ) dieser Matte bestehen.
Bei GFK-Fertigteilschwimmbecken kann / wird dann weiter auch ein Rowinggewebe verwendet um die gewünschte Materialstärke zu erreichen.

Das Gelcoat / Topcoat soll neben der Farbgebung, vorrangig die Abschirmung des Laminates gegen Wasserpartikel gewährleisten.
Diese Abschirmung kann durch zwei Möglichkeiten " außer Kraft " gesetzt werden.
- Einen Hochdruckreiniger - der " schießt " Wasserpartikel durch das Gelcoat
- und durch ein Polyesterharz, welches nicht der vorherrschenden Wassertemperatur angepasst ist.
- Weiterhin ist bei einer zu dünnen Gelcoat / Geltopschicht ( < 0,5 mm ) kein ausreichender Schutz des Laminates möglich.
Material
Das gesamte Laminat, also Geltop, Gelcoat, Laminierharz sollte aus
- Neopentylglykol-Terephthalsäure-Harz ( Dauerwasserbeständig bis 30°C ) oder
- Neopentylglykol-Isophthalsäure-Harze ( Dauerwasserbeständig bis 60° C ) oder
- Vinylesterharze oder Phenacryl-Harze ( Dauerwasserbeständig bis 80°C ) bestehen.

- Isophthalsäure Harze ( Dauerwasserbeständig bis 27°C ) und
- Orthophthalsäure Harze ( Dauerwasserbeständig bis 24°C ) oder
- andere Standartharze sind für den Schwimmbeckenbau bzw die Schwimmbeckenbeschichtung nicht geeignet.

Ein Laminat mit Gelcoat in einem der zu letzt genannten Harze mit einer Geltopschicht aus z.b. Vinylesterharz ist nicht wesendlich besser wie durchgängigen NT-Harz Laminat, ganz im Gegenteil !

Wenn das Laminat nicht der gewünschten Wassertemperatur - oder auch umgekehrt ! - angepasst ist, wird das Laminat ( Geltop / Gelcoat ) vergleichsweise " microporös " ( nicht weich / spröde ), so das Wasserpartikel eindiffundieren können.
Es kommt zwangsläufig zur Blasenbildung, aber nur bei emulsionsgebundener Glasmatte.

Die Blasen bilden sich durch das entstehen einer Säure.
Der entstehende Blaseninnendruck kann auch schon mal 30 bar (! !) betragen.
Dieser Druck treibt das Laminat in sich auseinander. Vergleichsweise einem Keil beim Holzspalten. Zur Blasenbildung sind keine Poren oder Lunker im Laminat notwendig.



Sanierung
Somit ist die Blase nur der vorerst sichtbare Teil der Osmoseschädigung. Wie weit die Schädigung wirklich geht ist erst zu sehen wenn das Gelcoat / Geltop ( fast ) restlos abgeschliffen wurde. Es ist dann großzügig um die ehemalige Blase weiter zu schleifen bis kein geschädigtes Laminat mehr vorhanden ist.
Diese ausgeschliffenen Stellen sind mit einem entsprechenden Harz ( siehe oben ) und entsprechender Glasmatte ( siehe oben ) wieder aufzubauen.
Es ist eine Lage Glasmatte auf die gesamte Beckenfläche aufzulaminieren.
Anschließend wird zwei mal ein eingefärbtes Gelcoat und einmal ein eingefärbtes Geltop aufgerollt.
Diese drei Schichten haben bei der Verwendung von zusammen 700 - 750 gr./ m² eine Schichtdicke von ( um ) 0,5 mm.
Diese Schicht kann nicht "glatt" im Sinne von "eben" sein, aber "glatt" im Sinne von "rutschig".
Es setzen sich auch nicht mehr Algen oder Schmutz an wie vorher ( siehe Aquariumsglas ).

Leider kommt es vor, das nicht alle durch Osmose geschädigten Stellen erkannt werden können.
Dieses ist in einem frühen Anfangsstadium nur bedingt möglich.
Eine Schädigungsausmaß zu erkennen ist bei durchgefärbtem Laminat gar nicht möglich.

Egal wie die Sanierung technisch durchgeführt wird, durch schleifen ( welche ich für die am besten geeignetste Methode halte ) oder durch Sandstrahlen oder, oder .... eine ordnungsgemäße Sanierung ist nicht in 3 oder 4 Tagen realisierbar.


Fragen sie deshalb bei ihrem Händler von GFK-Fertigteilschwimmbecken oder der Firma die ihr Schwimmbeckenbauwerk beschichten soll nach dem Material welches verarbeitet wurde oder wird.
Material muss schon so sein, wie oben beschrieben.


Axel Zdiarstek

Weiterführende Erläuterungen und Bilder sind auf meiner HP *** Gelöscht s. Forenregeln *** zu finden.

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Aktualisiert: 07.06.2017 um 14:40 von Andy

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