Schappes
Unsere Exoten, hier: Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus Fortunei)
von am 02.10.2010 um 18:56 (1359 Hits)
Ich bin zwar kein Blog-Schreiber, aber damit kann man sich ja auch während der poolfreien Zeit beschäftigen.
Dieser Blog soll dazu dienen, der/dem Einen oder Anderen diverse exotische Pflanzen näher zu bringen und eine Anregung fürs Poolambiente zu zeigen.
Fangen wir mal mit der dankbarsten Pflanze an, die chinesische Hanfpalme (Trachycarpus Fortunei).
Ausgepflanzt entwickelt die Trachy im ersten Jahr zunächst ihr Wurzelwerk und schiebt nur spärlich neue Wedel. Ab dem zweiten Jahr entfaltet sie dann ihr eigentliches Wachstum. Einen sonnigen Platz vorausgesetzt, kann sie pro Jahr bis zu 50 cm an Höhenwachstum und eine entsprechende Anzahl an Wedeln hervor bringen.
Eine grundlegende Voraussetzung für das Wachstum ist die reichliche Wassergabe, insbesondere während trockener Tage. Unsere Trachs bekommen in den Abendstunden pro Tag ca. 50 - 60 Liter Wasser.
Die Düngung erfolgt wöchentlich mittels Gründünger und eine monatliche Zugabe von Blaukorn. Ab September wird nicht mehr gedüngt, damit die Pflanze sich auf den bevorstehenden Winter vorbereiten kann.
Apropos Wasser; alle Pflanzen, und insbesondere die Exoten hassen kalkhaltiges Leitungswasser, daher wird bei uns ausschließlich mit Grundwasser gewässert. Die Inhaltsstoffe, die Grundwasser im Pool braun werden lassen (metallische Schwebstoffe), kommen den Pflanzen als Gieswasser zu Gute.
Viele Exoten werden in den Gartenmärkten als winterhart angepriesen, sind sie aber nicht. Man sollte schon zwischen winterhart und frosthart unterscheiden.
Die Trachy ist gem. den Experten bis zu -17 Grad frosthart, aber auch das ist relativ. Eine Trachy erfriert in unseren Breitengraden in der Regel nicht, sie vertrocknet oder der sog. Meristern geht zu Grunde.
Der Meristern ist der Teil der Palme, wo die Wedel gebildet werden und das eigentliche Wachstum stattfindet. Wird der Meristern nass und es kommt zu scharfen Frösten, können hier irreparable Schäden entstehen. Daher decken wir unsere Palmen im Winter ab. Auf dem nächsten Bild habe ich diese Winterabdeckungen mal dokumentiert.
Das Gestell ist aus Dachlatten hergestellt und es wird ein sog. Big-Bag darüber gestülpt. Der untere Bereich bleibt zunächst frei und wird erst ab einer Temperatur von minus 8 - 9 Grad verschlossen. Den Boden rund um die Palme haben wir mit einem Lichterschlauch ausgelegt, der wiederum durch ein Thermostat gesteuert wird (ab ca. minus 4 - 5 Grad, damit der Boden nicht durchfriert. In diesem Falle hat die Palme dann das Problem, das kein Wasser mehr an die Wurzeln gelangt.
Jetzt kann der Kenner natürlich von Übertreibung sprechen, aber wir haben nur gute Erfahrung mit dieser Art der Überwinterung gemacht. Ich habe nach dem Winter 2009 / 2010 bewährte Trachys gesehen, die auf Grund des fehlenden Winterschutzes eingegangen sind.
Die Trachy ist eine pflegeleichte Palme, die dem Pool ein exotisches Ambiente verleiht. Lediglich in strengen Wintern verlangt sie ihre Aufmerksamkeit.
Hier mal ein Überblick:











