• Unser Poolwasser - DIN EN 16713-3 Schwimmbäder für die private Nutzung

    Unser Poolwasser - DIN EN 16713-3 Schwimmbäder für die private Nutzung

    O. g. europäische DIN Norm steht uns seit Februar 2016 zur Verfügung.

    Was ist eine DIN Norm? DIN – Normen sind Empfehlungen. Das heißt man kann sie anwenden – muss es aber nicht. Da DIN-Normen auf gesicherten Ergebnissen von Wissenschaft, Technik und Erfahrungen basieren, sollte sie aber jeder als Handlungsempfehlung nutzen.
    Was sagt die DIN EN 16713-3 zum Thema Poolwasser aus und wie schaffen wir es das unser Poolwasser so klar aussieht?



    Das Füllwasser

    Wasser aus dem Wasserversorgungsnetz wird ohne weitere Prüfung als „Pooltauglich“ erachtet.
    Verwenden wir Füllwasser welches nicht dem Wasserversorgungsnetz entnommen wird, sollte dieses auf seine Eignung überprüft werden.

    Folgende Höchstwerte werden empfohlen:

    • Eisen 0,1 mg/l
    • Kupfer 0,2 mg/l
    • Mangan 0,05 mg/l
    • Polyphosphat als Phosphor 0,01 mg/l
    • Nitrate 50 mg/l

    Wie wirken sich diese Werte im Pool aus?

    Größere Mengen an Eisen, Kupfer und Mangan im Füllwasser führen nach Chlorzugabe zu Wasserverfärbungen.


    Braun verfärbtes Poolwasser


    Grünlich verfärbtes Poolwasser

    Um dies zu erkennen lässt sich ein einfacher Selbsttest durchführen. Man füllt einen weißen Eimer mit dem Füllwasser und gibt Chlor hinzu. Bei größeren Mengen Eisen im Füllwasser, verfärbt sich dieses Braun, bei Kupfer grünlich und bei Mangan ins Schwarze.


    Wasserprobe ohne Chlor


    Wasserprobe nach Chlorzugabe

    Ausgeflockte Stoffe wie Eisen lassen sich aber Ausfiltern. Grundlage dafür ist eine gut konfigurierte Filteranlage.


    Die Filteranlage wird rückgespült. Das zurückgehaltene Eisen ist deutlich zu erkennen.

    Wer diese nicht besitzt bzw. den Aufwand scheut, sollte deshalb den Pool aus dem Wasserversorgungsnetz füllen.

    Größere Mengen an Phosphaten / Nitraten begünstigen das Algenwachstum und sind gesundheitlich bedenklich. Durch die Zugabe Lanthanhaltiger Flockungsmittel oder Dryden AQUA Nophos lässt sich der Phosphatgehalt verringern.

    Da nicht aus dem Wasserversorgungsnetz stammendes Füllwasser auch mikrobiologisch belastet sein kann, empfehle ich die Überprüfung durch ein chemisches Untersuchungslabor. Neben den o. g. Werten sollte auch auf E.coli, Legionellen, Pseudomonaden, Gesamtkeimzahl getestet werden.
    Zu beachten ist das sich die Qualität des Wassers gerade in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten schnell ändern kann.



    Optische und chemische Parameter unseres Poolwassers

    a.) Wasserklarheit / Trübung / Färbung des Wassers

    Unser Poolwasser soll eine einwandfreie Sicht bis auf den Beckenboden zulassen. Jede Trübung und/oder Einfärbung des Poolwassers signalisiert uns eine höhere Konzentration an verteilten Stoffen im Poolwasser. Das können Stoffe wie Eisen, Kalk aber auch Algen sein. Dazu kommt der sicherheitsrelevante Aspekt. Personen oder Gegenstände unterhalb des Wasserspiegels werden nur noch schlecht oder nicht erkannt.
    Der max. Trübungswert für private Pools ist mit max. 1,5 FNU/NTU (vorzugsweise weniger als 0,5) definiert. Da im privaten Bereich kaum die Möglichkeit der Messung besteht, sollten wir uns auf unsere Augen verlassen.

    Jede optische Wasserveränderung (Trübung, Verfärbung) ist als Alarmsignal und als Beginn einer Ursachensuche zu sehen.


    b.) Nitratkonzentration über der des Füllwassers

    Der max. Wert beträgt 20 mg/. Es ist darauf zu achten das der Wert von 20 mg/l als Differenz zu dem Nitratgehalt des Füllwassers (max. 50 mg/l) zu betrachten ist. Nach der Poolbefüllung darf der Nitratgehalt also nur um max. 20 mg/l zunehmen.
    Größere Anstiege des Nitratwertes weisen auf eine zu hohe Beckenbelastung bzw. auf zu wenig Frischwasserzufuhr hin.
    Der Nitratgehalt kann mit Teststreifen gemessen werden.

    c.) Gesamter Gehalt an organischen Kohlenstoff (TOC)

    Der max. Wert für den Gehalt an organischem Kohlenstoff beträgt 4 mg/l. Er gibt an wie stark das Poolwasser mit organischen Substanzen belastet ist welche durch Badegäste oder aus der Umgebung eingetragen werden.
    Den Wert können wir nur im Labor bestimmen lassen. Ich meine wir können auf die Messung dieses Wertes verzichten und sollten und auf die vorherigen und folgenden Punkte konzentrieren.

    d.) Redoxpotential gegen Ag/AgCl 3,5m KCl in mV

    Der Begriff Redoxpotential wird aus den Anfangssilben der Worte Reduktion und Oxidation gebildet. Das Redoxpotential wird mittels Elektroden in Millivolt gemessen.
    Im privaten Bereich kann das Redoxpotential als Messgröße für die automatische Dosierung des Chlors herangezogen werden. Da das Redoxpotential in hohem Maße vom pH- Wert des Poolwassers beeinflusst wird, ist eine redoxgeregelte Poolwasser- Desinfektion auch mit einer automatischen pH- Mittel- Dosierung und Überwachung zu versehen. Dem Redoxpotential ist also bei der Verwendung einer Redox gesteuerten Dosieranlage von Bedeutung.

    Die Spannung ist abhängig vom Konzentrationsverhältnis Oxidationsmittel (z.B. freies Chlor) zum Reduktionsmittel (z.B. organische Verunreinigungen) und ist das Maß für die oxidierende bzw. desinfizierende Wirkung des vorhandenen Desinfektionsmittels unter Berücksichtigung der im Moment vorliegenden Verunreinigungen. Der Wert der Anzeige dient damit der Beurteilung der Badewasserqualität und gibt die Keimtötungsgeschwindigkeit im Poolwasser an. Bei einem Redoxpotential von 650 - 700 mV beträgt die Keimtötungsgeschwindigkeit 0,5 Min. Bei 750 mV nur noch wenige Sekunden (Abtötungszeiten von 99.9 % E-Coli in Abhängigkeit vom Redoxpotential in gechlortem Wasser bei einem pH-Wert von 7,0).
    Rückschlüsse vom Redoxpotential auf den Gehalt an Desinfektionsmitteln und umgekehrt sind grundsätzlich nicht möglich.
    Das Redoxpotential muss im privaten Bereich mindestens 650 mV betragen.

    e.) pH-Wert

    Der pH- Wert (lat. pondus hydrogenii) gibt über die saure, neutrale oder alkalische Eigenschaft des Wassers Auskunft gibt. Er ist für die Poolwassers-Aufbereitung von großer Bedeutung, da er unter anderem die Wirksamkeit des Desinfektionsmittels und der Flockungsmittel sowie die Verträglichkeit des Wassers für Haut, Augen und Werkstoffe beeinflusst.

    Gem. DIN EN 16713-3 wird ein pH-Wert im Bereich von 6,8 bis 7,6 empfohlen. Die desinfizierende Wirkung von Chlor geht von der freien unterchlorigen Säure aus. Deren Wert nimmt mit steigendem pH-Wert ab. Bei einem pH-Wert von 7,5 wirken nur noch ca. 49% der unterchlorigen Säure. Bei einem pH-Wert von 7,0 sind es aber ca. 75%. Bei ph Werten von über 8 fällt Kalk aus dem Poolwasser aus.

    Wir sollten immer einen pH-Wert von ca. 7,0 anstreben.

    f.) freies aktiv wirkendes Chlor ohne Cyanursäure

    Uns wird ein Wert von 0,3 bis 1,5 mg/l empfohlen. Dieser Wert gilt nur wenn wir anorganische Chlorprodukte wie z. B. anorganisches Chlorgranulat bzw. Flüssigchlor (Natriumhypochlorit, Calciumhypochlorit) verwenden. Verwenden wir eine Salzelektrolyseanlage trifft dies ebenfalls zu. Ich empfehle einen Wert von 0,6 – 1 mg/l.
    Die Höchstwerte des Pool-, Folienherstellers sind dabei zu beachten.
    Weiterhin muss beachtet werde, dass anorganisches Chlor keine Depotwirkung hat. Dies hat den Nachteil das bei intensiver UV-Strahlung bzw. Poolnutzung der Chlorwert sehr oft geprüft und anorganisches Chlor nachdosiert werden muss.


    Den Wert können wir mit einem DPD – Pooltester oder elektronischen Pooltester Scuba 2 oder PoolLab 1.0 bestimmen.

    g.) Freies Chlor in Verbindung mit Cyanursäure

    Neben den o. g. genannten anorganischen Chlorprodukten gibt es organische Chlorprodukte (Bestandteile wie Natriumdichlorisocyanuratdihydrat, Symclosen) in Form von Tabs und Granulat z. B. von den Firmen Bayrol, Ultrapool und Cristal. Diese haben den Vorteil das sie gegenüber den anorganischen Produkten eine Depotwirkung besitzen und die desinfizierenden Bestandteile des Chlores langsamer und über einen längeren Zeitraum abgeben. Um dies zu erreichen wird dem organischen Chlor Cyanursäure zugesetzt. Diese hat allerdings die Eigenschaft das sie sich im Poolwasser immer mehr anreichert und die Wirksamkeit des freien aktiv wirkenden Chlores einschränkt.
    Cyanursäurekonzentration im Poolwasser Anteil des freien aktiv wirksamen Chlores

    30 mg/l ca. 45%
    50 mg/l ca. 33%
    70 mg/l ca. 28%
    90 mg/l ca. 14%
    100 mg/l ca. 12%

    Die Cyanursäurekonzentration kann z. B. mit den Pooltestern Scuba 2 oder PoolLab 1.0 gemessen werden.

    Was bedeutet das für uns?

    Wir haben mit unserem Pooltester z. B. eine Cyanursäurekonzentration von 50 mg/l gemessen. Weiterhin bestimmen wir mit unserem Pooltester den Wert des freien Chlores. Wir messen z. B. einen Wert von 1 mg/l. Bei einem Cyanursäurewert von 50 mg/l wirken aber nur noch 33% davon. Damit ergibt sich für uns ein Wert von 0,33 mg/l an wirklich aktivem freien Chlor welches zur Pooldesinfektion zur Verfügung steht. Um auf einen Wert von 0,6 mg/l an wirklich aktiven freien Chlor zu kommen, müssen wir nun den Chlorwert auf 1,8 mg/l dosieren!

    Die DIN EN 16713-3 gibt uns für das Freies Chlor in Verbindung mit Cyanursäure einen Wert von 1,0 bis 3,0 mg/l vor.

    Was können wir gegen den Anstieg der Cyanursäurekonzentration tun?

    Die einzig wirksame Methode ist die regelmäßige und ausreichend Zufuhr von Frischwasser. Dies hilft uns auch den unter b.) genannten Nitratwert einzuhalten.

    Wenn wir den Wert des freien Chlores bestimmen ist im Messergebnis auch das nicht wirksame an die Cyanursäure gebundene Chlor enthalten (Gesamt verfügbares Chlor).
    Um den Gehalt an freiem aktiven Chlor zu ermitteln, müssen wir den Wert der Cyanursäurekonzentration kennen und mit steigender Cyanursäurekonzentration das Chlor höher dosieren (max. 3 mg/l).

    Dem Pool muss immer ausreichend Frischwasser zugeführt werden. Nur so können wir den Nitratwert, TOC Wert und Cyanursäurewert im Sollbereich halten.

    h.) Cyanursäure

    Die Wirkung der Cyanursäure wurde unter g.) beschrieben. Die DIN EN gibt uns einen Wert von max.100 mg/l vor. So weit sollten wird es aber durch ausreichend Frischwasserzufuhr nicht kommen lassen.

    i.) Gebundenes Chlor

    Neben dem unter g.) an die Cyanursäure gebundenem Chlor, gibt es noch ein „zweites“ gebundenes Chlor – auch als Chloramine bezeichnet. Dies sind Verbindungen welches das Chlor im Poolwasser mit Schweiß, Urin etc. eingeht. Diese erzeugen den typischen Hallenbadgeruch und Augenreizungen. , Augenbrennen im Polwasser

    Gem. DIN EN 16713-3 soll der Wert dieses gebundenen Chlores nicht über 0,5 mg/l ansteigen. Der ideale Wert ist 0 mg/l.
    Der Wert kann mit dem DPD Pooltester und den Pooltestern Scuba 2 / PoolLab 1.0 gemessen werden.

    Wie können wir Chloraminen vorbeugen?

    - immer ausreichend freies aktives Chlor im Poolwasser
    - vor dem Baden Duschen
    - kein Pipi im Poolwasser

    Wie lassen sich Chloramine verringern / beseitigen?

    • Ausreichend Frischwasserzufuhr
    • Durchführung einer Schockchlorung (Anweisung des Pool-, Folienherstellers beachten)

    Mein Fazit:
    Die richtige Wasserpflege verhindert gesundheitliche Probleme bzw. Schäden an Pool und Pooltechnik.
    Den Wert des aktiven freien Chlores und den pH-Wert sollten wir regelmäßig bestimmen. Für den Poolanfänger empfehle ich dies täglich. Nur so erlernt man notwendiges Wissen über das Verhalten des Poolwassers in verschiedenen Belastungssituationen.
    Wichtig ist es die Wasserwerte auch dann regelmäßig zu prüfen wenn der Pool z. B. durch eine Schlechtwetterperiode nicht genutzt wird.
    Der Wert des gebundenen Chlores und der Cyanursäurekonzentration sollte alle 7-14 Tage bestimmt werden.
    Egal welches Desinfektionsmittel ich benutze, ist eine regelmäßige und ausreichende Frischwasserzufuhr wichtig.
    Als Wassertestgerät empfehle ich die Pooltester Scuba 2 oder PoolLab 1.0.
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