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Lange Verrohrung = größere Filter-Anlage?


Wenn die Verrohrung rund um einem Pool sehr lang ist oder z.B. Solar-Absorber in einer größeren Entfernung montiert werden, dann wird oftmals sofort zu einer größeren Sandfilter-Anlage geraten.
Doch ist das auch wirklich sinnvoll?


Der Gedanke dahinter ist klar: Bei mehr Leistung der Pumpe kommt mehr Wasser pro Stunde im Pool an. So kann die Rohr-Länge ausgeglichen werden – zumindest in der Theorie.


Die Alternative wäre, den Durchmesser der Verrohrung zu vergrößern und damit einen höheren Durchfluss zu erhalten.


Welche Lösung bringt das gewünschte Ergebnis?


Der Vergleich
Nehmen wir einmal an, dass die Länge der Verrohrung bei 50 m liegt. Je nach verwendeter Pumpe wird bei 50 mm bzw. 63 mm Verrohrung folgender Druck-Anstieg erzeugt:


Pumpe mit einer Förder-Leistung von:
50 mm Rohr
63 mm Rohr
6 m³/h bei 8m Wassersäule0,16 bar0,04 bar
8 m³/h bei 8m Wassersäule0,27 bar0,08 bar
11 m³/h bei 8m Wassersäule0,49 bar0,14 bar


Ergebnis: Eine Verrohrung mit 63 mm bewirkt einen wesentlich geringeren Druck-Anstieg.


Wie wirkt sich das in der Praxis aus?


Da interessiert uns natürlich, welche Wassermenge noch beim Pool ankommt.
Nehmen wir nun an, dass durch die sonstige Verrohrung und durch die Filter-Anlage ein Druck von 0,6 bar erzeugt wird und wir addieren die obigen Werte dazu, kommen folgende Wassermengen im Pool an.


Pumpe mit einer Förderleistung von:
50 mm Rohr
63 mm Rohr
6 m³/h bei 8m WSca. 6 m³/hca. 7 m³/h
8 m³/h bei 8m WSca. 7 m³/hca. 9,5 m³/h
11 m³/h bei 8m WSca. 8 m³/hca. 12 m³/h


Das Ergebnis: Bei einer 50 mm Verrohrung haben wir uns also mit einer fast doppelt so großen Pumpe nur ein Plus von 2 m³/h erkauft.


Und was kostet das?
Der größere Filterkessel hat uns ca. 300 Euro mehr gekostet und der tägliche Stromverbrauch liegt bei 10 Stunden Laufzeit um 2,4 kWh höher.
Die Verrohrung mit 63 mm hingegen kostet uns ca. 150 Euro mehr als die mit 50 mm. Dafür können wir eine 1-2 Größen kleinere Sandfilter-Anlage nehmen, die deutlich günstiger ist. Dazu kommt der geringere Strom-Verbrauch.
Sie merken schon: Das rechnet sich!


Fazit:
Eine größere Pumpe hat vor allem einen noch größeren Verlust an Effizienz zur Folge. Und den bezahlen Sie teuer.
In diesem Fall ist die wirkliche Ursache nicht die Leistung der Pumpe, sondern die maximal transportierbare Wassermenge. Und die wird hauptsächlich durch den Durchmesser der Verrohrung bestimmt.
Der richtige Ansatz ist also zunächst einmal, den Durchmesser der Verrohrung zu vergrößern.


TIPP: Schauen Sie immer genau, was die Ursache ist. Was bremst uns wirklich aus?
Schleift beim Auto die Bremse, so ist der richtige Weg ja auch nicht, mehr Gas zu geben.
Eine genaue Ursachen-Forschung behebt also nicht nur das Problem – sie spart auch viel

Liebe Grüße und viel Erfolg Andy
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