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Andy

Loch im Pool oder Verdunstung?

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von am 09.08.2019 um 18:07 (565 Hits)
Wenn der Pool aber nun ein Loch hat?
Oder auch nicht – das ist die erste Frage. Mancher Poolbesitzer wundert sich das er oft Frischwasser nachfüllen muss. Welche Menge ist dabei normal oder ab wann müssen wir mit einem Leck im Pool rechnen?

Wir könnten nun auf die die Idee kommen und versuchen die Wasserverdunstung zu berechnen. Dabei werden wir schnell scheitern da sehr viele Faktoren auf die natürliche Wasserverdunstung Einfluss haben. Das sind z. B.

  • Windangriffsfläche
  • Windgeschwindigkeit
  • ist der Pool (zeitweise) überdacht oder abgedeckt
  • Sonneneinstrahlung
  • Luftdruck
  • Poolnutzung / Laufzeit Poolpumpe
  • Becken Hydraulik (Skimmer- oder Überlaufpool)
  • Differenz zwischen Außen- und Wassertemperatur


In der Literatur finden wir für die Wasserverdunstung Werte von ca. 6 l je m² und Tag. Für eine Woche würden das ca. 40 l je m² sein. Das entspricht dann einem Absinken des Wasserspiegels von ca. 4 cm in der Woche. Das sehe ich persönlich schon als viel an. Solch Wasserverluste sind aber schon möglich. Z. B. wenn ideale Verdunstungsbedingungen herrschen bzw. durch sehr große Aktivitäten im Pool viel Poolwasser nach außen verloren geht.

Aber nun zu unserer Frage. Hat der Pool ein Leck oder verdunstet das Wasser? Zu einem können wir uns professionelle Hilfe mit Lecksuchgeräten, Rohrkameras etc. holen.
Ich würde als erstes aber zur Selbsthilfe greifen und den Dingen auf den Grund gehen und versuchen mir diese Kosten einzusparen.
Mein Vorgehen wäre wie folgt:
Ich kläre ob es sich um ein Leck im Pool oder um Wasserverluste durch Verdunstung und Aktivitäten im Pool handelt.
Dazu markiere ich den Wasserstand im Pool und decke diesen mit einer Winterabdeckplane oder Silofolie ab. Nach ca. 2 Tagen decke ich den Pool wieder auf. Die sichtbare Wasserverdunstung sollte gegen Null sein.
Ist ein Wasserverlust zu verzeichnen geht die Suche weiter.

Als erstes erfolgt eine ausgiebige optische Kontrolle welche ich mit vorsorglichen „Handgriffen“ verbinde.

- hat der Skimmer Risse und wie schauen die Dichtungen aus
- sind die Schrauben des Skimmerflansches alle fest (vorsorglich gleichmäßig über Kreuz nachziehen)
- die gleichen Arbeiten nehme ich bei den Einlaufdüsen, bei einer evt. vorhandenen Gegenstromanlage, Bodenablauf und Unterwasserscheinwerfern vor

Der Einsatz des Unterwasserscheinwerfers sollte dabei aus dem Einbautopf genommen werden. In diesem befindet sich eine Stopfbuchse die das Kabel des Unterwasserscheinwerfers nach außen hin abdichtet. Das Kabel sollte sich in der Regel in der Stopfbuchse nicht hin- und herschieben lassen.

Nun geht es zur Poolleiter. An dieser befinden sich meist Flansche welche an der Poolfolie aufliegen. Hat sich dort evt. ein Loch oder ein Riss in der Poolfolie gebildet?
Bei allen Überprüfungen werden auch die sichtbaren Schläuche, Rohre etc. begutachtet. Ebenso die Wärmepumpe, Wärmetauscher, UV-C Geräte, Solarabsorber, Salzelektrolyseanlage …Dabei sollte dann unbedingt die Poolpumpe eingeschaltet sein.

Wichtig:

Beim Betrieb der Wärmepumpe entsteht unter Umständen Kondenswasser. Eine Pfütze unter dieser muss also keine Undichtigkeit sein. Deshalb sollten wir die Wärmepumpe rechtzeitig vorher vom Netzt trennen und warten bis eine evt. vorhandene Vereisung oder Reif abgetaut ist. Während unserer Überprüfung sollte die Wärmepumpe aber vom Poolwasser durchflossen werden.
Das letzte ist die Filteranlage. Hier schauen wir als erstes nach Wasserspuren. Tropft es unterhalb der Poolpumpe? Dann ist evt. die Gleitringdichtung defekt. Man sollte auch überall am Kessel schauen. Manchmal läuft dort ein kleines Rinnsal entlang. Steht die Filteranlage auf purem Boden versickert es dort schnell und ist optisch schwer zu erkennen.
Als letztes prüfen wir am Mehrwegeventil den Ausgang für das Rückspülwasser (Rückspülen, Backwash). Steht das Mehrwegeventil auf Stellung Filtern darf dort kein Wasser austreten. Ist dies doch der Fall ist die Sterndichtung des Mehrwegeventiles defekt.
Diese kann zwar ausgetauscht werden, aber oft ist die Beschaffung eines neuen Mehrwegeventiles einfacher und nicht viel teurer.
Haben wir bisher noch kein Leck entdeckt geht es weiter.
Wir grenzen ein ob das Leck in/am Pool ist oder außerhalb. Dazu verschließen wir die Einlaufdüsen mit entsprechenden Stopfen (diese gibt es für Einlaufdüsen im Poolfachhandel; oft passt ein Sekt- oder Weinkorken) und die Ablauföffnung im Skimmer. Ventile von und zur Gegenstromanlage und am Bodenablauf werden geschlossen und der Pool wird wieder mit einer lichtdichten Winterabdeckplane oder Silofolie abgedeckt. Jetzt kann zwar die Filteranlage nicht laufen – aber bei ausreichend freiem Chlor und stimmigem pH Wert wird unser Poolwasser trotzdem nicht grün oder trübe. Algen benötigen Licht und dieses wird durch die lichtdichte Abdeckung „ausgesperrt“.

Nach 2 Tagen schau ich dann nach dem Ergebnis. Hat der Pool keinerlei Wasserverlust, muss der Fehler außerhalb des Pools liegen. Da wir vorher alles „sichtbare“ optisch kontrolliert haben, wird der Fehler in der Verrohrung liegen.

Einen weiteren Test können wir mit Lebensmittelfarbe durchführen. Die Poolpumpe wird ausgeschaltet und wir warten bis im Pool keinerlei Wasserströmung mehr besteht. In eine Injektionsspritze können wir etwas Lebensmittelfarbe aufziehen, wir nehmen den Stopfen aus dem Skimmerablauf und geben etwas Lebensmittelfarbe in den Skimmer. Wird diese in Richtung Skimmerablauf gezogen wird das Leck in der Saugleitung liegen. Kommen wir dort zu keinem Ergebnis schließen wir die Ablauföffnung des Skimmers wieder und wiederholen den Test analog vor den Einlaufdüsen, dem Bodenablauf und vor der Gegenstromanlage wieder. Den Leuchtkörper des Unterwasserscheinwerfers nehmen wir für den Test aus der Einbaunische.
Wichtig ist dabei immer das wir das Poolwasser möglichst wenig in Bewegung bringen.
Nun wird die weitere Suche mit einfachen „Hausmitteln“ schwierig. Der weitere Weg wäre jeden Leitungsstrang einzeln mit Luft abzudrücken und den Fehlerort einzugrenzen. Den genauen Ort der Undichtigkeit können wir damit leider auch nicht ermitteln und dann hilft nur buddeln oder einen echten Profi mit entsprechender Technik zu beauftragen.
Kommen wir zu dem Schluss das der Wasserverlust innerhalb des Pools zu suchen ist, kommen dort die Dichtungen der Einbauteile bzw. die Poolauskleidung (meißt Folie) in Frage.
Eine Möglichkeit der Suche ist es nun auch wieder den Pool lichtdicht abzudecken und damit auch vor Wasserzufuhr von außen (Regenwasser) zu schützen. Der Wasserspiegel wird nun bis zur Höhe der Leckagestelle langsam absinken. Liegt diese sehr tief kann das natürlich einige Zeit dauern. Die Eingrenzung können wir beschleunigen indem wir die Wasserspiegel selbst in logischen Schritten absenken.
Senken wir den Wasserspiegel bis knapp unterhalb des Skimmers und der Wasserverlust hört auf ist er im Bereich oberhalb zu suchen. So können wir uns in Stufen von 10 cm vortasten.

Die Selbstsuche kann also langwierig sein. Wichtig dabei ist es in Ruhe, logisch und Schritt für Schritt vorzugehen.
Kleine Leckagestellen lassen sich mit Dichtmitteln wie Fermit Leck-Fix bzw.Fermit Reparatur-Masse für Leckagen beheben. Ich sehe das aber eher als vorrübergehende Lösung an und wir sollten in der „Poolfreien Zeit“ defekte Teile austauschen. Poolfolien kann man mittels eines Folienreparatursets und Kleber reparieren.


Euter Andy

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