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Andy

Irrtümer zum Thema Pool

Bewertung: 2 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
von am 03.06.2019 um 17:28 (1162 Hits)
Falsch oder richtig?
Seit Jahren lese ich in Foren und neuerdings in vielen sozialen Netzwerken Aussagen welche nicht stimmen aber gerade dort immer wieder neu weiter getragen werden. Man liest es mehrmals, meint dann es ist richtig und die Aussage hält sich damit trotz diverser Richtigstellungen über Jahre.

1. Für einen privaten Pool ab 1,50 m Wassertiefe benötige ich einen Bademeister
Diese Aussage ist falsch.

Was ist richtig?

Einem Pooleigentümer obliegt die Verkehrssicherungspflicht. Er muss mit geeigneten Mittel verhindern dass z. B. Kinder auf Grund ihrer Neugier das unzureichend gesicherte Grundstück betreten bzw. auf dem Grundstück befindliche Gefahrenquellen mit geeigneten Schutzeinrichtungen so absichern das keine Schadensquellen vorhanden sind.

Dazu kommt die Aufsichtspflicht. Gem. DIN EN 16582 ist jederzeit eine ständige, aktive und wachsame Beaufsichtigung schwacher Schwimmer und Nichtschwimmer durch eine sachkundige erwachsene Aufsichtsperson erforderlich (es wird daran erinnert, dass das größte Risiko des Ertrinkens bei Kindern unter 5 Jahren besteht).
Bestimmen Sie immer eine sachkundige erwachsene Person, die das Becken überwacht, wenn es benutzt wird.
Schwache Schwimmer oder Nichtschwimmer sollten persönliche Schutzausrüstung (Schwimmflügel, Schwimmweste etc.) tragen, wenn sie in Schwimmbecken gehen.
Beide Themen sind sehr komplex und man sollte diesen vor einem Pool- oder Teichbau ausreichend Aufmerksamkeit schenken. Der Poolfachhandel bietet diverse Sicherheitseinrichtungen wie Sicherheitsabdeckungen, Sicherheitsleitern etc. an.

Verkehrssicherungspflicht und Aufsichtspflicht greifen bei jeder Wassertiefe und sind durch den Inhaber ausreichend zu gewährleisten.

2. Mein Pool riecht nach Chlor – damit ist mein Chlorgehalt zu hoch

Diese Aussage ist falsch.

Der „klassische Chlor-, Schwimmbadgeruch“ entsteht nicht durch zu viel, sondern durch zu wenig aktives freies Chlor im Poolwasser. Weiterhin können Probleme wie Augenbrennen auftreten.
Durch ein zu wenig an aktivem freiem Chlor entstehen Chloramine (gebundenes Chlor). Das ist eine Verbindung welche aus der Reaktion von Chlor mit Harnstoff entsteht. Diese Verbindung kann nur durch genügend freies aktives Chlor beseitigt werden.
Der Wert des freien aktiven Chlores sollte deshalb immer zwischen 0,3 und 1,5 mg/l liegen. Ich empfehle einen den Wert zwischen 0,8 und 1,5 mg/l zu halten.
Der Wert des gebundenen Chlores sollte max. 0,5 mg/l betragen. Je kleiner dieser Wert ist desto besser. Ein zu hoher Wert des gebundenen Chlores kann durch eine Schockchlorung abgebaut werden.

Die regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte wie pH-Wert, freies Chlor, gebundenes Chlor und wenn vorhanden Cyanursäure ist das A und O für qualitativ gutes und gesundes Poolwasser. Ich empfehle die Verwendung eines Pooltesters Scuba 2 bzw. PoolLab 1.0.

3. Cyanursäure befindet sich nur in Multitabs

Diese Aussage ist falsch.

Cyanursäure enthalten alle organischen Chlorprodukte (Granulat oder auch Tabs).

Cyanursäure hat die positive Eigenschaft dass das zur Desinfektion wichtige “freie Chlor“ durch UV-Strahlung nicht zu schnell unwirksam wird.
Die negative Wirkung ist das sich die Cyanursäure im Poolwasser immer weiter anreichert und mit steigendem Gehalt die Wirkung des gemessenen freien Chlores immer mehr abnimmt.

Das Ansteigen des Cyanursäurewertes kann nur durch genügend Frischwasserzufuhr verhindert werden. Für die Kontrolle des Cyanursäurewertes empfehle ich die Pooltesters Scuba 2 bzw. PoolLab 1.0.

4. Mit dem Einsatz von Multitabs schade ich meiner Gesundheit

Diese Aussage ist falsch.

Im Poolfachhandel angebotene Multitabs entsprechen allen Vorschriften welche hinsichtlich der Produktion von Poolpflegeprodukten zu beachten sind. Z. B. enthalten die Multitabs der Firma Bayrol keine gesundheitsgefährdenden und Abwasserbelastenden Schwermetalle wie Kupfersulfat.

Jedes Poolpflegeprodukt muss richtig dosiert werden. Bei richtiger Dosierung gehen von Multitabs keine Gesundheitsgefahren aus und ich schade nicht meiner Gesundheit.

5. Multitabs machen das Wasser grün

Diese Aussage ist falsch.

Ein Auslöser von grünem Poolwasser in Form von Algen ist z. B. zu wenig freies aktives Chlor im Poolwasser. Entweder wurde zu wenig dosiert oder ein hoher Wert an Cyanursäure hat die Wirkung des freien Chlores stark verringert (s.3.).

Eine zu geringe Dosierung kann bei jeder Art der Desinfektion des Poolwassers auftreten.
Die Produktform Multitabs ist also nicht der Auslöser einer Algenbildung. Auch hier gilt: Die regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte wie pH-Wert, freies Chlor, gebundenes Chlor und wenn vorhanden Cyanursäure ist das A und O für qualitativ gutes und gesundes Poolwasser. Ich empfehle die Verwendung eines Pooltesters Scuba 2 bzw. PoolLab 1.0.

6. Zusätzliche Einbauteile gefährden die Stabilität eines Pools

Zu diesem Thema habe ich schon einige Mal gerade bei Stahlwandbecken folgendes gelesen: Ich habe auf Dinge wie einen größeren Skimmer, zusätzliche Einlaufdüsen und Unterwasserscheinwerfer verzichtet damit die Stabilität des Beckens nicht herabgesetzt oder sogar gefährdet wird. Die Stahlwand wird dann mit einem Käse mit Löchern verglichen.

Diese Aussage ist falsch.

Wichtig ist es alle in die Stahlwand eingebrachten Ausschnitte ausreichend gegen Korrosion zu sichern. Ich empfehle da z. B. Brantho Kurrux 3 in 1. Weiterhin bietet der Poolfachhandel viele Einbauteile mit einer Lippendichtung an. Bei dieser Art der Abdichtung kommt die Schnittstelle in der Stahlwand nicht mit dem Poolwasser in Berührung.

Ich kenne Stahlwandbecken die bis zu 30 Jahren alt geworden sind. Dabei hat es sich natürlich um Markenprodukte gehandelt.

Wenn ich ein meinem Stahlwandbecken Skimmer, Einlaufdüsen oder auch Unterwasserscheinwerfer aus dem Poolfachhandel nach Einbauvorschrift montiere und einen ordnungsgemäßen Korrosionsschutz vornehme gefährde ich nicht die Stabilität des Pools.

7. Ich gebe regelmäßig Kupfersulfat in meinen Pool - es verhindert sicher die Algenbildung bzw. beseitigt vorhandene Algen


Ja das stimmt - aber nun bitte weiter lesen.

Oft wird es als Geheimtipp des Nachbarn angepriesen – es ist aber in der Praxis nicht zu empfehlen und z. B. in öffentlichen Schwimmbädern verboten.

- Kupfer ist ein Schwermetall und deshalb gesundheitsschädlich
- in Schwimmbecken können Flecken entstehen, die nur schwer zu entfernen sind
- blonde Haare und Badebekleidung können sich grünlich verfärben
- Poolwasser mit Kupfersulfat ist umweltschädlich

In das Poolwasser gehört kein Kupfersulfat. Ausreichend freies wirksames Chlor und Wasserbewegung / Filterung ist der beste Algenschutz. Für eine erhöhte Sicherheit kann ein Algizid genutzt werden.

8. Vitamin-C / Ascorbinsäure beseitigt grüne oder braune Wasserverfärbungen

Ja und Nein.

Der „Geheimtipp“ Vitamin-C kann keine grünlichen Wasserverfärbungen durch Algen beseitigen. Im Gegenteil. Zu einem verbraucht sich damit damit das im Poolwasser vorhandene Chlor schneller und das Vitamin –C fördert das Wachstum der Algen.

„Erfolgreich“ ist der Einsatz von Vitamin-C bei Wasserverfärbungen welche durch Eisen oder Mangan auftreten. Diese Stoffe sind oft im Brunnenwasser enthalten. Vitamin C senkt den pH-Wert des Wassers im Pool und besitzt ein starkes antioxidatives Potenzial. Durch diese Eigenschaften wird braunes Eisen-(III)-oxid und Mangan-(IV)-oxid zu Eisen-(II)-oxid bzw. Mangan-(II)-oxid reduziert. Mit dieser Reduktion verschwindet auch die braune Färbung des Wassers. Allerdings sind Eisen und Mangan dann immer noch im Pool enthalten und es ist nur eine zeitweilige Hilfe.

Vitamin-C im Pool zu einer Verminderung der Wirkung von Chlor und fördert damit u. U. das Algenwachstum. Verfärbungen durch Metalle kann es nur zeitweilig beseitigen. Poolwasser mit hohem Eisen oder Mangangehalt sollte man deshalb nicht zur Poolbefüllung verwenden oder bei ausreichend Erfahrung das vorhandene Eisen oder Mangan mit einer Schockchlorung ausfällen. Für das Entfernen der Rückstände ist dann eine leistungsfähige Filteranlage erforderlich.

9. Das durch eine Salzelektrolyseanlage produzierte Chlor ist im Poolwasser prinzipiell nicht messbar
Diese Aussage ist falsch.

Wenn wir im Pool kein freies Chlor messen können ist die Salzelektrolyseanlage unterdimensioniert oder diese hat eine zu kurze Laufzeit. Oft kommt dann noch die Aussage das freies Chlor nur bei einem Zusatz von Cyanursäure messbar ist. Diese Aussage ist ebenfalls verkehrt.

Auch bei der Verwendung einer Salzelektrolyseanlage muss immer genügend freies Chlor im Pool und dieses messbar sein. Ansonsten ist die Salzelektrolyseanlage unterdimensioniert bzw. deren Laufzeit ist zu kurz.
Das soll es dann gewesen sein. Die Fortsetzung gibt es in 2020.
Beate67, Ecksteinchen and hansal like this.

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