Meine Erfahrungen nach dem Poolbau

  • Liebe Forumsteilnehmerinnen und -teilnehmer,


    da ich im Laufe der letzten zwei Jahre so viel Wissen aus diesem Forum gezogen habe und wir nun glückliche Besitzer eines Pools sind, möchte ich gerne auch etwas zurückgeben und ein paar meiner Erkenntnisse weitergeben.


    Ich bin handwerklich nicht ganz unbegabt, aber es war aus Zeitgründen klar, dass wir vieles vergeben müssen. Letztendlich brauchten wir einen Poolbauer, einen Gartenbauer, einen Elektriker und einen Sanitär-Handwerker. Einzelne Tätigkeiten wie der Bau des Gartenhaus, Pflanzen setzen, Beleuchtung, Verfugen etc. haben wir selbst gemacht. Welche Pools hier welche Vor- und Nachteile haben, wird hier in vielen Beiträgen erläutert. Daher möchte ich darauf nicht eingehen. Wir haben uns für einen GFK-Pool eines Markenherstellers entschieden und sind damit sehr zufrieden. Besonders die Rundungen und das "Laufgefühl" im Becken sind sehr angenehm. Der Poolkörper selbst betrug bei uns am Ende nur 20% der gesamten Investitionskosten (hätte ich anfangs nicht für möglich gehalten). Und wenn man dadurch gute Chancen hat, dass der Poolkörper viele Jahre hält bzw. eine lange Garantiezeit hat, sollte man m.E. nicht an der falschen Stelle sparen.


    Anbei die Hinweise, die ich mir vor dem Poolbau gewünscht hätte bzw. die mir vorher gegeben wurden und sehr wichtig waren:


    - Preisvergleiche sind beim Poolkauf sehr wichtig. Macht das telefonisch oder persönlich. Wir haben durch lange Recherchen und Geduld sehr viel Geld gespart. Serienmails sind meist weniger hilfreich. Auch bei Herstellern mit nur einem Händler pro Gebiet gibt es Möglichkeiten alternativer Angebote.

    - Achtet bei einer Pooltreppe auf eine geriffelte Oberfläche (damit man nicht so schnell ausrutscht). Unser Pool hat das und darüber sind wir sehr dankbar. Es ist ein großer Unterschied zu einer glatten Oberfläche, die m.E. gefährlicher ist

    - Treppen und Sitzbänke werten einen Pool deutlich auf und man geniesst ihn einfach mehr

    - Der Scheinwerfer sollte in der Wand der Terrasse/Liegefläche o.ä. sein (sonst blendet es)

    - Die Einlaufdüsen sollten in der Wand der Hauptwindrichtung liegen - dann werden Blätter etc. besser über den Skimmer abgesaugt

    - Wir haben die Terrassenplatten in Drainmörtel verklebt und wollten diese entgegen der Empfehlung des Gartenbauers nicht in Splitt oder auf Stelzlager setzen. Dadurch sind die Platten jetzt im Sommer wesentlich kühler und es fühlt sich vom Trittgefühl her einfach besser an. An einer anderen Stelle haben wir die selben Platten auf Stelzlager und man kann sie bei Sonnenschein vor lauter Hitze nicht betreten. Denkt auch bei der Farbwahl daran, dass ganz dunkle Platten ungleich heisser werden

    - Denkt rechtzeitig an eine Beschattung für die Terrasse. Wir haben den Schirmständer für einen Markenschirm einbetoniert und jetzt ist er bündig mit den Terrassenplatten (im Winter kommt ein Deckel drauf und es sieht auch dann gut aus und hält sehr fest)

    - Wenn man die Terrasse neu macht, bietet es sich an, auch Kabel für eine indirekte Beleuchtung (Pflanzspots etc.) unter die Platten zu legen. Das trägt gerade abends zu einer tollen Stimmung bei. Wir haben uns trotz FI wegen der Wassernähe für ein Niedervoltsystem entschieden (Gartenspots mit Zigbee Protokoll) und steuern das ganze per Philips Hue Bridge im Gartenhaus (beste Reichweite) mit der Hue App per Handy obwohl die Leuchten von einem anderen Hersteller sind

    - Den Poolscheinwerfer steuern wir auch per App über eine 10 EUR-Shelly. Funktioniert prima

    - Den Pool-Unterflurrolladen steuern wir über einen Schlüsselschalter und nicht über eine App (wegen der Sicherheit). Würde ich auch jedem so empfehlen

    - Wir haben die ganze Beleuchtung alles mit weißem warmen Licht gehalten und empfinden das als sehr schön (aber das ist letztendlich eine Geschmacksfrage, wer es bunt mag kann das auch gerne tun)

    - Wir haben einen Technikschacht mit einem isolierten Deckel und dadurch hört man gar keine Pumpengeräusche - sehr angenehm. Bei einem Technikschacht ist eine Zu-/Abluft (mind 100mm Rohr) wichtig, damit es keine Tropfsteinhöhle wird. Den Filter selbst haben wir im Gartenhaus stehen, dadurch ist das wöchentliche Rückspülen viel angenehmer

    - Statt KG-Rohre für die Leitungen würde ich Flexrohre nehmen. Der Poolbauer war erst sehr skeptisch, aber auch er meinte hinterher, dass das Durchziehen der Wasserleitungen so viel einfacher war. Lieber 1-2 Leerrohre mehr nehmen - es fällt einem immer noch etwas ein.

    - Eine Automatisierung für die Poolchemie wollte ich nachrüsten. Ich werde es sein lassen. Wir betreiben den Pool nun einige Monate und das Wasser ist kristallklar bei 28 Grad. Die manuelle Korrektur (PH- und Chlortabletten) kostet pro Woche 10 Minuten und macht Spass. Die Poolbauer (Einbauer vor Ort) meinten auch, die Kunden mit wenig Automatisierung haben auch den wenigsten Ärger und sie würden daher von zu viel Automatisierung abraten. Wenn man daran Freude hat, machen auch die diversen Steuerungsmöglichkeiten bestimmt Spass (auch ich hatte schon einen Loxone-Server gekauft), aber bei uns funktioniert es bisher auch ohne sehr gut

    - Achtet darauf, dass Euer Pool einen Überlauf hat. Wenn es regnet und jedesmal um den Pool eine Pfütze steht, ist das nervig.

    - Ich hatte mir viel Gedanken gemacht, wie ich die Temperatur des Pools am besten messe. Ich finde, viele Möglichkeiten der Temperaturmessung sind auch technische Spielereien und tatsächlich zeigt mir das Steuergerät der Wärmepumpe im Gartenhaus immer die Wassertemperatur an und ich habe bisher gar keinen weiteren Bedarf.

    - Nehmt AFM statt Sand im Filter - deutlich besser

    - Wir haben mit Thermotec hinterfüllt. Hielt ich erst für viel zu teuer aber unterm Strich mit allen Arbeiten war das dann nnur unwesentlich teurer und unser Pool ist super isoliert

    - Wir haben einen Pool, der normale Feinsteinzeugplatten (2cm) ohne Rundungen zulässt (da Beckenkörper relativ eckig). Uns gefällt das viel besser als die normalen Randsteine. Beim Verkleben der Randplatten ist es wichtig, dies richtig zu machen und hochwertige Komponenten für das Kleben und Abdichten zu verwenden. Wir haben 60cm breite Platten für die Umrandung genommen und würden das wieder so machen. So kann man beim keschern bequem um den Pool laufen.

    - Falls ihr nicht viel selbst macht, schadet ein finanzieller Puffer nicht. Wir sind am Ende ca. 60% teurer geworden als geplant. Besonders bei der Gartengestaltung haben sich immer wieder Veränderungen ergeben

    - Wir wollten einen mediterranen Garten, d.h. um den Pool schönen Kies mit Gräsern. Bei den Natursteinhändlern hat Kies, der uns gefiel ca. EUR 200/Tonne gekostet. Nach einiger Suche habe ich dann direkt in einem Steinbruch geordert und das Material selbst hat dann nur EUR 35/Tonne gekostet (Transport kam natürlich aber dazu). In Summe haben wir da aber bei einigen Tonnen Material viel Geld gespart.

    - Wir haben unter das Dach des Gartenhauses witterungsgeschützt einen kleinen Lautsprecher gehängt, den man per Handy ansprechen kann. Das erhöht den Genuss am Pool noch mehr, wenn man dabei Musik hat

    - Wir haben einen Bodenablauf und auch das würde ich nochmal so machen. Man hat den Vorteil, dass das Wasser gleichmässiger warm ist, da ca. 1/3 über den Bodenablauf abgesaugt wird und 2/3 über die Oberfläche (Skimmer)

    - Für eine Aussendusche ist ein Durchlauferhitzer im Technikschacht oder Gartenhaus eine Möglichkeit (dann kann man auch im Herbst warm duschen). Dafür ist aber eine Genehmigung notwendig (ein Elektriker kümmert sich darum). Wir haben das zwar nicht umgesetzt, es ist aber eine wetterunabhängige Alternative zu einer Solardusche.

    - Ein high-level Skimmer ist toll. Dadurch schwappt bei entsprechendem Füllstand aber schnell auch das Wasser in den Überlauf und faktisch ist man meist doch 5cm unter der max. Füllhöhe. Das sollte man im Hinterkopf behalten. Für das Nachfüllen sollte ein Wasseranschluss in der Nähe sein. Ein automatisches Nachfüllen ist noch ein Thema, über das ich nachdenke und das ein großer Komfortgewinn wäre.


    Ich hoffe, der ein oder andere Tipp hilft Euch und nochmals vielen Dank an die vielen Forenteilnehmer für das geteilte Wissen und die Unterstützung! Ihr seid super!

  • Danke!

    Viele Grüße aus dem Münchner Umland!



    Intex 488x244x107cm mit Mini-Skimmer

    Steinbach Sandfilteranlage Speed Clean Comfort 75 (noch)

    Pumpe: ESPA Silen Plus 1M (bald)

    Kessel: Behncke Dresden 600 (bald)

    SEL: Intex Krystal Clear Salzwassersystem 56800 12g/h

    Steinbach Poolrunner Battery Pro

    38er Riffelschläuche (noch)

    Poollab 1.0

  • Hallo, danke für deine umfangreichen Erfahrungen. Bilder wären noch gut.

    Wir sind aktuell am Bauen. Gerade wird verfüllt. Bei der Terrasse wollen wir das mit Drainbeton genauso machen. Gut dass du unsere da Überlegungen bestätigst.

    VG

  • Die Platten haben wir wie folgt verklebt:

    1. PE-Entkopplungsband (selbstklebend) mit einem Abstand von 2-3 cm zum inneren Beckenrand anbringen

    2. Davon entfernt 2 cm nach außen eine Klebedichtmasse mit Kartusche (wir haben Adheaseal genommen) anbringen - dann Fliesse drauflegen. Auf den Ringanker normaler flexibler Fließenkleber

    3. Für die Verfugung zwischen den Fließen und zum Becken: Primer für bessere Haftung auftragen, mit EasySeal verfugen und vorher eine PE-Rundschnur zwischen die Platten unten rein drücken.

    VG

  • Toller Beitrag. Viele Dinge finde ich bei uns wieder und habe sie auch lieb gewonnen.


    Wie genau funktioniert die Steuerung der Poolscheinwerfer per Handy? Was ist das mit dem Shelly?


    Gruß

    René

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