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Chlorverbrauch drastisch gesunken nach Senkung des Soll pH um 0,05 - kann das sein?

  • Hi Community,

    jetzt melde ich mich noch mal dazu. Ist ja doch eine rege Diskussion geworden.


    Erst mal zu dem 0,05 Thema:

    Meine Sonden sind kalibriert, die ProconIP zeigt zwei Nachkommastellen an. Aber ganz unabhängig davon, habe ich ja den Zielwert um diese 0,05 verstellt. Daher ist es relativ egal, wie genau der absolute pH-Wert gemessen wird, da ich der Sonde zutraue, die Differenz sehr korrekt zu ermitteln. Daher bin ich mir sicher, dass der pH Wert nun tatsächlich um diesen Betrag geringer ist.


    Es ist ja nun ein paar Tage her und das Wasser im Pool wird tatsächlich immer etwas kälter. Aber das Wetter ist recht konstant (wenig Sonne).

    Ich kann mir die Dosierstatistik der letzten 10 Tage anschauen und stelle fest, dass mit Senkung des Soll-pH-Wertes der Verbrauch von pH- (natürlich) steigt. Ist aber nicht schlimm, es sind aktuell im Mittel der letzten Tage ~ 130 ml am Tag, vorher mit dem um 0,05 höheren Sollwert waren es ~ 60 ml.

    Beim Chlor liege ich derzeit über die letzten tage gemittelt bei ~ 250ml, das waren vorher im Mittel ~ 450 ml täglich (ich gucke mir nur die 4 Tage seit der Änderung und die 4 Tage davor an).


    Die Wassertemperatur ist in dem Zeitraum von ca. 17,5 ° auf nun 15,5 ° gefallen.

    Die Laufzeit der Pumpe habe ich zwischendurch, am tag der Umstellung Sollwert pH um 30 Minuten reduziert.

    Im Wasser war niemand mehr, den Poolroboter setze ich alle paar Tage rein.


    Chlor messe ich über Redox-Potential.


    Das meine Eindrücke und Messwerte (dank der vielen Möglichkeiten der ProconIP).


    Gruß, Michael

    Skimmer-Pool auf betonierter Bodenplatte & gemauert aus Schalungssteinen

    Innengröße 10 m x 4,5 m, Wassertiefe ca. 1,40 m
    Start Juni 2020 mit Technikhaus, Beckenbau ab Okt. 2020, Fertig im Juli 2021.


    Farbige Procopi Einbauteile (Skimmer, ELD, BA, UWS) in hellgrau

    Pumpe Speck Prime Eco VS mit Filter Zodiac MS 650, mit einfachem Filterglas

    Dosier- und Pumpensteuerung ProConIP, Flüssig Chlor und Ph Senker

    Folie Alkorplan 2000 hellgrau

    Robotor "Otto" Dolphin E35

    Wärmepumpe Fairland Rapid IPHCR100T

  • Das passt schon alles zusammen. Der "Verbrauch" an Chlor ist nur deswegen geringer, weil der Redox Sollwert schneller (einfacherer) erreicht wird (bei niedrigerem Chlorgehalt). Du hättest den Chlorgehalt die Tage davor und auch jetzt die paar Tage danach mit messen "müssen" um den Zusammenhang zu sehen.

  • Der Wert des aktiven Chlors hängt vom pH-Wert ab, aber das musst du rechnen, das kannst du nicht messen.

    Im Prinzip reagieren Elektroden für Oxidationsmittel tatsächlich nur auf den aktiven Anteil Oxidationsmittel selbst (theoretisch). Man macht sich bei den Messverfahren die Eigenschaft zu Nutze, das oxidierend wirkende Stoffe freie Elektronen aufnehmen (die Verbindung selbst (z.B. HOCl oder H2O2) lässt sich nicht "direkt" messen).


    Vereinfacht: Potentiostat und Elektrode schicken eine definierte/bekannte Anzahl an Elektronen (über den einen Teil der Elektrode) ins Wasser und fangen sie am anderen Teil der Elektrode wieder ein. Vorhandenes Oxidationsmittel klaut auf dem Weg dazwischen Elektronen (je mehr Oxidationsmittel, desto mehr Elektronen fehlen) -> Das ist das Maß für den Anteil an Oxidationsmittel im Wasser.

    Ganz theoretisch macht das nur die HOCl ... praktisch machen das aber viele andere Verbindungen im Wasser auch, weswegen eine Chlormessung explizit in dem Becken/Wasser kalibriert (0-Punkt und Betriebspunkt) werden muss, in dem sie messen soll... und aus dem Messverfahren ergibt sich auch, das eine Oxidationsmittel-Messung eine deutliche Abhängigkeit zur Anströmungsgeschwindigkeit an der Elektrode hat (höhere Anströmung -> mehr fehlende Elektronen im gleichen Zeitraum).


    Kalibriert wird dann tatsächlich mit einer DPD1 Referenzmessung (was anderes kann man ja "vor Ort" nicht messen) - was eine gewisse Unschärfe / Ungenauigkeit mit sich bringt wenn man Wasserparameter deutlich verändert (dann sollte die Messung entsprechend neu kalibriert werden). Abhängig der Bauform / Bauart reagiert die eine Elektrode dann mehr oder weniger auf bestimmte, sich verändernde, Parameter.

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