Isocyanursäure

  • Muss ich dem Poolwasser immer mehr Chlor zugeben obwohl sich der pH-Wert im optimalen Bereich befindet, kann die Ursache bei einen zu hohen Anteil von Isocyanursäure liegen.

    Wie kommt diese Säure in das Wasser?

    Auslöser sind die in das Wasser gegebenen Chlorprodukte - speziell organische Chlorprodukte welche mit Natriumdichlorisocyanurat (schnelllösliches Chlor) bzw. Trichlorisocyanursäure (langsamlösliches Chlor) arbeiten.
    In diesen befindet sich Isocyanursäure und diese verhindert, dass das zur Desinfektion wichtige “freie Chlor“ durch UV-Strahlung nicht zu schnell unwirksam wird.

    Diese Säure wird also bei der Wasserpflege automatisch und jedes Mal neu in das Poolwasser eingebracht. Mit steigendem Gehalt an Isocyanursäure nimmt die Wirkung des Chlors im Poolwasser ab!


    Eine sehr schöne Erklärung gibt es von Gerhild


    Zum Cyanursäurewert:


    Dein Chlorgranulat enthält an Cyanursäure gebundenes Chlor. Gibst Du das jetzt ins Wasser, wird ein Teil des an die Cyanursäure gebundenen Chlors in Freiheit gesetzt (=freies Chlor), ein anderer Teil bleibt an die Cyanursäure gebunden (=an Cyanursäure gebundenes Chlor) und bildet ein Depot, also einen Chlorspeicher.
    Das freie Chlor desinfiziert Dein Wasser und wird so verbraucht. Aus dem Chlordepot wird dann wieder Chlor freigesetzt und kann Dein Wasser desinfizieren. Das geht immer so weiter, bis der Chlorspeicher leer ist. Dann misst Du Null Chlor. Das Chlor wird also verbraucht, die Cyanursäure bleibt im Wasser.
    Jetzt gibst Du wieder Chlorgranulat ins Wasser und das Speil beginnt von vorne. Mit jeder Chlorzugabe erhöht sich der Gehalt an Cyanursäure.


    Das freie Chlor und das an Cyanursäure gebundene Chlor bilden ein Chemisches Gleichgewicht. Steigt nun die Cyanursäurekonzentration, sinkt die Menge an freiem Chlor, nur so kann das Gleichgewicht erhalten bleiben. Vereinfacht kann man sich das vorstellen wie ein Glas, in dem Wasser ist. Je mehr Wasser ich einfülle, desto weniger Saft hat Platz und umgekehrt.


    Habe ich nun zu viel Cyanursäure im Wasser, ist die Konzentration an freiem Chlor zu gering, um eine genügend hohe Desinfektionskraft zu erreichen.

    Das Problem ist: Isocyanursäure baut sich nicht ab. Durch den Gehalt von schon 30 mg/l beträgt der Anteil des wirksamen Chlors nur noch 45%. Es wird also schon mehr als die doppelte Dosierung von Chlor benötigt um eine gleichbleibende Desinfektionswirkung zu erzielen.


    30 mg/l etwa 45%
    50 mg/l etwa 33%
    70 mg/l etwa 28%
    90 mg/l etwa 14%
    100 mg/l etwa 12%
    130 mg/l etwa 10%

    Quelle: Lovibond Poolfibel


    Wie können wir einen zu hohen Gehalt an Isocyanursäure vermeiden? Das A und O ist der regelmäßige Wasserwechsel!

    Als Faustregel gilt, je Tag und Badegast 30 l Beckenwasser auszutauschen! Das muss nicht unbedingt täglich erfolgen, sondern kann mit dem wöchentlichen Rückspülen verbunden werden.

    Einmal ein Beispiel: Täglich 2 Poolnutzer in einer Woche, ergeben dann ein auszutauschendes Wasservolumen von 420 l bzw 0,42 m².
    Der Rückspülvorgang muss dann bei einer 6 m³ Pumpe etwa 4,2 Minuten dauern!


    Sicher gehen kann man nur gehen, indem der Cyanursäuregehalt regelmäßig gemessen wird. Z. B. mit dem Pooltester Scuba 2. bzw. PoolLab 1.0. Das Rückspülen allein reicht nicht aus.


    Mickie hat das sehr schön in Diagrammen verdeutlicht ...









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    Liebe Grüße und viel Erfolg Andy
    FORENLEITUNG POOLPOWERSHOP-FORUM

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